Museum für Industriekultur

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Die Classic-Motorrad-Veranstaltung am Noris-Rundkurs ist nicht zuletzt durch die freundliche Unterstützung des Museums für Industriekultur vertreten durch Herrn Direktor Matthias Murko möglich geworden.

Der Museumsleiter beschränkt sich nicht nur auf die Theorie und das Sammeln und Präsentieren von Motorrädern aus glorreicher Vergangenheit sondern schwingt sich auch selbst in den Sattel und fährt mit Begeisterung bei den Präsentationsläufen für Motorräder aus Nürnberger Produktion am Noris-Rundkurs bei dem Sonderlauf mit.

Direktor des Museums für Industriekultur: Herr Matthias Murko drehte 2003 selbst seine Runden auf dem Noris-Rundkurs

und wurde gleich nach dem Sonderlauf interviewt.

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Das Gesamtvideo kann bei Monika Pedack käuflich erworben werden. Euro 35.- ca. 45 Minuten lang.

Einige Anmerkungen zum Museum für Industriekultur:

Das Nürnberger Motorradmuseum
Vom Fahrrad zum Motorrad


Ende vergangenen Jahrhunderts erhielt das Fahrrad seine heutige Form. Mit dem Verschwinden des Hochrads vollzog sich zugleich der Wandel vom Sport- und Luxusartikel zum Gebrauchsgegenstand. Zahlreiche Fahrradfabriken entstanden daraufhin in Nürnberg.

Bereits 1901 begannen einige Nürnberger Fahrradhersteller mit Motorrädern zu experimentieren. Drei Jahre später brachten die Firmen Victoria und Hercules die ersten Maschinen auf den Markt. Bis nach dem Ersten Weltkrieg spielte die Motorradherstellung im Vergleich zur Fahrradproduktion jedoch keine große Rolle, wohl auch, weil die angebotenen Produkte zu teuer waren.

Victoria, 1904 Einzylinder, Viertakt von Fafnir, 3 Ps

Nürnberg - Hochburg der Motorradproduktion

In den zwanziger Jahren begann der Aufschwung. Die Nürnberger Zündapp-Werke erkannten frühzeitig den Trend und begründeten 1922 mit einem ,,Motorrad für Jedermann“ ihre spätere Marktführung. Andere Hersteller zogen nach. Etwa 50 Firmen in und um Nürnberg lebten schon damals von der Motorradproduktion, zumeist als sog. Konfektionäre. Sie stellten höchstens den Rahmen selbst her und bezogen die anderen Teile fremd. Die Weltwirtschaftskrise und das Ende der Weimarer Zeit überlebten nur sieben Nürnberger Motorradhersteller. Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde das Motorrad ein Symbol der Kriegsmaschinerie.

Mars A20, 1920, Einzylinder-Viertakt-Längsboxer, 7,3 PS

 

Vom Motorrad zum Auto

Nach Kriegsende und vorübergehenden Produktionsverboten liefen bald wieder legendäre Maschinen von den Bändern der Niirnberger Hersteller. Die KS 601 von Zündapp — häufig mit Beiwagen — ging als ,,Grüner Elefant“ in die Geschichte ein. Der Siegeszug der Triumph ,,Boss“ und der Victoria ,,Bergmeister“ begann. Mit dem Wirtschaftswunder trat das Auto immer mehr in Konkurrenz zum Motorrad. Das große Sterben der Nürnberger Zweiradproduktion war nicht mehr aufzuhalten.

Nürnberger Motorräder im Museum Industriekultur

Das Nürnberger Motorradmuseum ist bei der Industriekultur an der Äußeren Sulzbacher Straße untergebracht. Es zeigt dauerhaft mehr als 130 Motorrad-Oldtimer aus Nürnberger Produktion. Dazu gehören Serienmaschinen aus allen Zeitepochen, Prototypen, Rennmotorräder oder Wehrmachtsfahrzeuge. Sie dokumentieren ein bedeutendes Kapitel in der Nürnberger Stadt- und Technikgeschichte, dessen Spuren zunehmend verschwinden.

Das Motorradmuseum zeigt regelmäßig Sonderausstellungen. Es finden häufig Markentreffen und andere Zweirad-Veranstaltungen statt.

Museum Industriekultur

In einer ehemaligen Schraubenfabrik zeigt das 1988 eröffnete Museum die Geschichte der Industrialisierung. Entlang der straßenähnlichen Erschließungsachse befinden sich eine Gipsmiihle, eine kleine Maschinenfabrik, eine imposante Dampfmaschine und eine Druckwerkstatt, in der Besucher selber arbeiten können. Die Wohn- und Alltagswelt zeigt u.a. ein Wohnensemble mit Kolonialwarenladen, ein Friseursalon, eine Zahnarztpraxis und ein Wirtshaus mit Arbeitervereinslokal aus den zwanziger Jahren. Inzwischen ist auch das Nürnberger Schulmuseum hier ansässig, das gemeinsam mit der Universität Erlangen-Nürnberg betrieben wird. Derzeit entstehen neue Museumseinheiten, wie z. B. ein historisches Kino, eine Tankstelle mit Autowerkstatt aus den dreißiger Jahren oder ein großes Lern- und Spaßlabor für Kinder.


Museum Industriekultur und Schulmuseum
Äußere Sulzbacher Str. 62
D-90491 Nürnberg
Tel. 09 11/ 231-38 75 + 09 11/ 5302-574
Fax 09 11 / 231-3470
www.museen.nuernberg.de
Di bis Fr 9-17 Uhr
Sa, So und Feiertag 10-18 Uhr

Dokumentiert ein bedeu­tendes Kapitel Nürnberger Technik- und Kulturgeschichte: das Nürnberger Motorradmuseum